Fragen und Antworten rund um die Zahnspange

Über zwanzig Fragen, sortiert nach dem, was wann dran ist: vor der Behandlung, während der Behandlung, danach. Und weil Kinder andere Fragen stellen als Eltern, gibt es am Ende einen eigenen Block nur für dich, wenn du selbst die Spange bekommst.
Deine Frage ist nicht dabei? Ruf an unter 089 8419999 oder bring sie zum nächsten Termin mit – dumme Fragen gibt es bei uns nicht, nur ungestellte.
Vor der Behandlung
Die Fragen, die kommen, bevor überhaupt klar ist, ob dein Kind eine Spange braucht: Alter, Überweisung, Kosten, KIG-Einstufung, Dauer. Die Antworten sind so ehrlich, wie wir sie beim Erstgespräch auch geben würden – und die Fakten zu Kasse und Eigenanteil findest du ausführlicher auf der Kosten-Seite.
Während der Behandlung
Tragezeit, Kontrolltermine, Schmerzen, Essen, Zähneputzen, Sport – und was passiert, wenn ein Bracket abgeht. Vieles davon hat eine eigene Seite: Lose Zahnspange, Feste Zahnspange und SOS.
Nach der Behandlung
Retainer, Stabilität, Eigenanteil zurück. Die Behandlung ist erst fertig, wenn das Ergebnis hält – und wenn das Geld von der Kasse zurück auf deinem Konto ist. Mehr zum Thema auf Retainer.
Für dich, wenn du die Spange bekommst
Du bist das Kind, um das es hier geht? Dann sind die letzten Fragen für dich. Kurz, ehrlich, ohne Elternsprache. Wenn du mehr wissen willst: Kinder und Jugendliche sind deine Seiten.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter sollte mein Kind zum Kieferorthopäden?
Eine erste Kontrolle ist ab etwa sechs Jahren sinnvoll, spätestens mit neun. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Zahnentwicklung – sobald die ersten bleibenden Zähne da sind, lässt sich einschätzen, ob und wann etwas zu tun ist. Bei den meisten Kindern heißt es dann erst mal: abwarten und in einem Jahr wieder schauen. Bei ausgeprägten Fehlstellungen wie einem Kreuzbiss kann eine Frühbehandlung schon im Grundschulalter sinnvoll sein.
Brauche ich eine Überweisung vom Zahnarzt, und was kostet die Erstberatung?
Nein, eine Überweisung brauchst du nicht. Du kannst direkt bei uns anrufen oder online anfragen. Die Erstberatung ist für gesetzlich Versicherte Kassenleistung über die Versichertenkarte – egal, welche KIG-Einstufung dabei herauskommt. Privatversicherte bekommen eine Rechnung nach GOZ, die sie bei ihrer Versicherung einreichen. Viele Familien kommen auf Empfehlung ihres Zahnarztes; das ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Was passiert beim ersten Termin?
Wir schauen uns Zähne, Kiefer und Zahnwechsel an, du erzählst, was dir aufgefallen ist, und du bekommst eine erste ehrliche Einschätzung: Muss etwas gemacht werden, und wenn ja, wann? Röntgen, Fotos und Abdruck oder Scan folgen erst, wenn eine Behandlung sinnvoll ist. Rechne mit etwa 30 Minuten. Alle Details stehen auf Der erste Termin.
Was ist die KIG-Einstufung und wer legt sie fest?
KIG steht für kieferorthopädische Indikationsgruppen – fünf Stufen von 1 (geringe Abweichung) bis 5 (sehr schwere Fehlstellung). Die Einstufung nimmt der Kieferorthopäde nach der Diagnostik anhand festgelegter Messwerte vor, zum Beispiel wie viele Millimeter die oberen Schneidezähne vorstehen. Ab KIG 3 übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Behandlung.
Zahlt die Krankenkasse die Zahnspange meines Kindes?
Ja, wenn dein Kind unter 18 ist und die Fehlstellung mindestens KIG 3 entspricht. Dann übernimmt die Kasse die Behandlung mit bewährten Mitteln – lose und feste Spange, Retainer in der Retentionsphase. Bei KIG 1 und 2 zahlt die Kasse nicht; dann besprechen wir, ob Abwarten, Kontrolle oder eine private Behandlung sinnvoll ist.
Was bedeutet Eigenanteil, und bekomme ich ihn zurück?
Bei einer Kassenbehandlung zahlst du 20 Prozent der Kosten selbst – 10 Prozent, wenn ein zweites Kind gleichzeitig behandelt wird. Nach erfolgreichem Abschluss stellen wir eine Abschlussbescheinigung aus, mit der du den gesamten Eigenanteil von der Kasse zurückbekommst. Wird die Behandlung vorzeitig abgebrochen, bleibt der Eigenanteil bei der Kasse.
Was sind Mehrkosten oder Zusatzleistungen, und muss ich sie nehmen?
Zusatzleistungen sind Dinge, die über die Kassenversorgung hinausgehen – zum Beispiel Keramikbrackets, bestimmte Spezialbögen oder Aligner. Dafür gibt es seit 2023 ein einheitliches Formular zur Mehrkostenvereinbarung. Du musst nichts davon nehmen, und die Kassenbehandlung hängt nicht davon ab. Wir erklären dir vorher, was eine Zusatzleistung wirklich bringt und was nicht.
Mein Kind hat KIG 2 – was jetzt?
Dann zahlt die gesetzliche Kasse nicht, weil die Abweichung als mäßig gilt. Es gibt drei Wege: abwarten und regelmäßig kontrollieren, weil sich manches im Zahnwechsel noch verändert; eine private Behandlung, wenn ihr sie wünscht; oder eine Zahnzusatzversicherung, die allerdings vor der Diagnose abgeschlossen sein muss. Was für euch passt, besprechen wir in Ruhe.
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung fürs Kind, und wann abschließen?
Sie kann sich lohnen, wenn ihr Zusatzleistungen wie Keramikbrackets wollt oder falls die Einstufung unter KIG 3 landet. Wichtig: Die meisten Tarife greifen nur, wenn die Versicherung vor der ersten Diagnose abgeschlossen wurde – also am besten, bevor ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde etwas festgestellt hat. Welcher Tarif passt, ist Sache eines unabhängigen Beraters, nicht unsere.
Wie lange dauert die Behandlung insgesamt?
Die aktive Phase dauert ein bis drei Jahre, je nach Fehlstellung und Mitarbeit. Danach folgt die Retention mit Retainer, meist zwei Jahre – in dieser Zeit übernimmt die Kasse die Kontrollen noch. Insgesamt also mehrere Jahre. Eine ehrliche Prognose für dein Kind bekommst du beim Erstgespräch.
Lose oder feste Spange – was ist besser für mein Kind?
Meistens beides, nacheinander. Die lose Spange steuert im Wechselgebiss das Kieferwachstum, die feste stellt die bleibenden Zähne genau ein. Welche Kombination passt, hängt von Alter, Fehlstellung und Zahnwechsel ab – in der Regel können wir dir das schon beim Erstgespräch sagen. Wir setzen auf bewährte Methoden, die zügig zum Ziel führen und ein stabiles Ergebnis bringen.
Gibt es unsichtbare Schienen für Teenager, und zahlt das die Kasse?
Aligner gibt es auch für Jugendliche, aber sie sind keine Kassenleistung – immer Privat- oder Mehrkosten. Ob sie sinnvoll sind, hängt stark von der Fehlstellung und davon ab, ob dein Kind die Schienen wirklich 20 bis 22 Stunden am Tag trägt. Wir besprechen das ehrlich; mehr dazu auf Aligner für Jugendliche.
Wie viele Stunden am Tag muss die lose Spange getragen werden?
14 bis 16 Stunden – also nachmittags nach der Schule rein, nachts drin, morgens raus. Unter 12 Stunden gerät der Behandlungserfolg in Gefahr, weil die Zähne sich zwischen den Tragephasen wieder zurückbewegen. Unser Tragezeit-Kalender zum Ausdrucken hilft beim Dranbleiben.
Wie oft sind Kontrolltermine?
Alle vier bis acht Wochen, je nach Behandlungsphase. Die Termine liegen bei uns nachmittags, und dein Kind macht den nächsten immer direkt im Anschluss aus. Ein Kontrolltermin dauert meistens 10 bis 20 Minuten.
Tut die feste Spange weh?
Das Einsetzen selbst nicht. In den zwei bis vier Tagen danach – und nach jedem Nachstellen – spüren die Kinder ein Druckgefühl beim Beißen, manche beschreiben es als Muskelkater in den Zähnen. Weiche Kost und, falls nötig, ein leichtes Schmerzmittel in Absprache mit uns reichen fast immer. Drähte, die an der Wange reiben, deckst du mit Wachs ab.
Was darf mein Kind mit fester Spange nicht essen?
Hartes, Klebriges und Kerniges: ganze Äpfel und Karotten (schneiden ist okay), Nüsse, Kaugummi, Gummibärchen, Karamell, harte Brotkrusten. Brezn gehen, wenn man sie in Stücke reißt. In den ersten Tagen nach dem Einsetzen am besten weiche Kost. Die Liste hängt bei uns aus und steht auf Feste Zahnspange.
Wie putzt man Zähne mit Brackets richtig?
In drei Schritten: erst am Zahnfleischrand entlang, dann die Brackets von oben und unten, dann die Kauflächen. Dazu Interdentalbürstchen für die Stellen unter dem Draht und abends eine Fluoridspülung. Das dauert länger als ohne Spange – drei Minuten sind realistisch. Wir zeigen es beim Einsetzen und kontrollieren bei jedem Termin.
Bekommt man von der Spange Karies oder weiße Flecken?
Nicht von der Spange, sondern vom Belag, der sich um die Brackets sammelt, wenn nicht gründlich geputzt wird. Dann können weiße Entkalkungsflecken entstehen, die nach der Behandlung bleiben. Mit sauberem Putzen, Fluorid und weniger Süßem zwischendurch lässt sich das vermeiden. Wir sprechen es an, wenn wir Belag sehen.
Bracket abgebrochen oder Draht sticht – ist das ein Notfall?
Meistens nicht. Ein loses Bracket tut in der Regel nicht weh – aufheben, anrufen, innerhalb etwa einer Woche zum Termin. Ein stechender Draht wird mit Wachs abgedeckt; hilft das nicht, rufst du an und wir kürzen ihn. Unsere SOS-Seite erklärt mit Ampel, was ihr selbst tun könnt und wann ihr sofort anrufen solltet.
Lose Spange verloren oder kaputt – was jetzt, und wer zahlt den Ersatz?
Nicht weitertragen, wenn sie gebrochen ist, und bitte gleich anrufen – jede Woche ohne Spange kostet Behandlungsfortschritt. Eine neue Spange muss angefertigt werden; ob und was die Kasse beim Ersatz übernimmt, hängt vom Einzelfall ab – wir klären das vorher mit euch. Deshalb: Spange immer in die Dose, nie in die Serviette.
Kann mein Kind mit Spange Sport machen oder ein Blasinstrument spielen?
Ja zu beidem. Bei Kontaktsport wie Fußball, Handball oder Kampfsport empfehlen wir einen Sportmundschutz, der über die feste Spange passt – sprich uns an. Blasinstrumente gehen mit etwas Übung weiter, die Umstellung dauert meist ein paar Wochen. Die lose Spange kommt beim Sport und beim Musizieren einfach raus und in die Dose.
Muss ein Elternteil zu jedem Termin mit?
Bei uns ausdrücklich nein. Erstberatung, Plan-Gespräch und Abschluss bitte gemeinsam, die Kontrolltermine dazwischen schaffen die meisten Kinder allein – mit dem Radl nach der Schule. Wenn etwas deine Entscheidung braucht, rufen wir dich an. Mehr auf Termine, Schule & Alleine-Kommen.
Was passiert, wenn mein Kind die Spange nicht trägt?
Die Behandlung verlängert sich, weil die Zähne sich zurückbewegen. Bleibt die Mitarbeit dauerhaft aus, kann die Krankenkasse die Kostenübernahme einstellen, und der Eigenanteil wäre verloren. Deshalb sprechen wir es früh an – und suchen erst mal nach dem Grund, denn oft drückt die Spange einfach irgendwo.
Wie lange muss der Retainer getragen werden – und bleiben die Zähne dann für immer gerade?
Der herausnehmbare Retainer wird nach der aktiven Behandlung meist nachts getragen, die Kasse übernimmt die Retention bis zu zwei Jahre. Ein fest geklebter Retainer hinter den Frontzähnen kann deutlich länger bleiben, oft viele Jahre – er stört nicht und ist die sicherste Art, das Ergebnis zu halten. Denn Zähne bewegen sich ein Leben lang, auch ohne Spange; wird der Retainer zuverlässig getragen, bleibt das Ergebnis in der Regel stabil. Wie lange bei deinem Kind, besprechen wir am Ende der Behandlung.
Wie bekomme ich den Eigenanteil zurück?
Nach Abschluss der Behandlung stellen wir eine Abschlussbescheinigung aus. Die reichst du zusammen mit den Rechnungen über den Eigenanteil bei deiner Krankenkasse ein, und die Kasse überweist dir den Betrag zurück. Bewahre die Rechnungen also über die gesamte Behandlung auf – am besten in einem Ordner mit dem Behandlungsplan.
Tut eine Zahnspange weh?
Das Einsetzen nicht. Danach spürst du ein paar Tage einen Druck, wie Muskelkater in den Zähnen – das ist das Zeichen, dass die Spange arbeitet. Weiches Essen hilft, und nach drei, vier Tagen ist es weg. Wenn ein Draht an der Wange piekst, gibt es Wachs von uns.
Darf ich mir die Farbe der Gummis aussuchen?
Ja. Bei der festen Spange sitzen an jedem Bracket kleine Gummis, und die gibt es in vielen Farben – bei jedem Termin darfst du neu wählen. Pink, Neongrün, Schwarz, alles dabei. Nur bei Weiß und Durchsichtig sagen wir dir vorher: Die werden von Spaghetti-Soße orange.
