Die lose Zahnspange arbeitet vor allem nachts
Herausnehmbar · Wechselgebiss · Kassenleistung ab Grad 3
Die lose Zahnspange ist bei den meisten Kindern das erste kieferorthopädische Gerät. Sie ist herausnehmbar, sie nutzt das Wachstum im Wechselgebiss, und sie wirkt genau so lange, wie sie im Mund ist. Diese Seite erklärt, was sie tut, wie viel Tragezeit dahintersteckt, wie dein Kind sie pflegt und was zu tun ist, wenn sie drückt oder verschwindet.
Eine Kunststoffplatte, die das Kieferwachstum nutzt
Die lose Zahnspange besteht aus einer Kunststoffplatte, die genau auf den Gaumen oder hinter die unteren Zähne passt, aus dünnen Drahtbügeln, die sie an einzelnen Zähnen halten, und oft aus einer Schraube in der Mitte. An dieser Schraube drehen wir bei den Kontrollterminen ein kleines Stück weiter, dadurch wird der Zahnbogen breiter und die bleibenden Zähne bekommen Platz. Die Farbe der Platte und ein Motiv darin sucht sich dein Kind selbst aus.
Anders als die feste Spange bewegt sie keine einzelnen Zähne millimetergenau. Sie arbeitet großflächiger: Sie schafft Platz, lenkt das Wachstum der Kiefer und ordnet den Biss. Deshalb kommt sie in der Phase zum Einsatz, in der noch etwas wächst.
Sie kommt meist zwischen sechs und elf
Den Zeitpunkt bestimmt der Zahnwechsel: Solange Milchzähne wechseln und die Kiefer wachsen, lässt sich mit einem herausnehmbaren Gerät am meisten erreichen. Bei einigen Kindern beginnt das schon früher, dann sprechen wir von einer Frühbehandlung.
Ob dein Kind später zusätzlich eine feste Spange braucht, lässt sich am Anfang oft schon absehen, sicher sagen können wir es erst, wenn alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind.
14 bis 16 Stunden am Tag, sonst wirkt sie nicht
Das ist die Zahl, an der die Behandlung hängt. Der größte Teil davon fällt auf die Nacht, die restlichen Stunden kommen am Nachmittag dazu, sobald dein Kind von der Schule heim ist. Zum Essen, zum Sport und zum Zähneputzen kommt die Spange heraus.
Wird sie deutlich seltener getragen, wandern die Zähne in der spangenfreien Zeit zurück, die Behandlung zieht sich, und die Krankenkasse kann die Kostenübernahme beenden. Kontrollieren wie eine Behörde musst du deshalb nicht; ein Blick am Abend und ein Tragezeit-Kalender am Kühlschrank reichen bei den meisten Familien.
Wie du die Stunden über den Tag verteilst und was in Ferien, auf Klassenfahrten oder bei Übernachtungen gilt, steht im Artikel Lose Zahnspange: wie lange am Tag tragen?.

Alltag und Pflege in fünf Regeln
Eine lose Spange steckt den ganzen Tag im Mund oder in der Tasche. Damit sie das übersteht, gelten fünf Regeln:
Immer in die Dose
Sobald sie draußen ist, gehört sie in die Spangendose. In eine Serviette oder ein Taschentuch gewickelt landet sie im Müll.
Täglich bürsten
Morgens und abends mit einer eigenen Zahnbürste und kaltem Wasser reinigen, ohne Zahnpasta, weil die den Kunststoff aufraut.
Kein heißes Wasser
Der Kunststoff verzieht sich in der Hitze. Danach passt die Spange nicht mehr, und sie muss neu angefertigt werden.
Erst Zähne, dann Spange
Zähne putzen, dann die saubere Spange einsetzen. So bleiben keine Essensreste unter der Platte.
Nicht zum Schwimmen
Im Becken und im See ist sie weg, sobald sie herausrutscht. Vor dem Sport also heraus und in die Dose.
Wenn sie drückt, bricht oder verschwindet
Ein Druckgefühl in den ersten Tagen und nach jedem Nachstellen ist normal und lässt nach, je regelmäßiger die Spange getragen wird; wird eine Stelle wund, ruf uns an. Einen gebrochenen Draht biegt bitte niemand selbst zurecht: Die Spange kommt in die Dose und mit deinem Kind zum nächsten freien Termin. Was in welchem Fall zu tun ist und was bis dahin hilft, steht auf der SOS-Seite.
Wie lange die Behandlung dauert
Mit der losen Spange rechnen wir in der Regel mit rund anderthalb Jahren, bei einer Frühbehandlung liegt es in derselben Größenordnung. Die Kontrolltermine liegen alle vier bis acht Wochen und dauern meist nur wenige Minuten; die meisten Kinder kommen dazu nach der Schule allein mit dem Radl.
An diese Phase schließt sich oft eine Pause an, in der wir nur beobachten, und später die feste Zahnspange für die Feinstellung.
Kassenleistung ab Behandlungsbedarfsgrad 3
Ab Grad 3 übernimmt die gesetzliche Kasse die Behandlung bis zum 18. Geburtstag, alles zu Einstufung, Eigenanteil und Rückerstattung steht auf Kosten und Kasse.
Die Erstberatung ist Kassenleistung, eine Überweisung brauchst du nicht.
Häufige Fragen
Kann mein Kind mit der losen Spange sprechen?
Am Anfang klingt es verändert, weil die Zunge weniger Platz hat, und manche Kinder lispeln in den ersten Tagen. Das gibt sich meist innerhalb einer Woche. Lautes Vorlesen beschleunigt die Umstellung, weil die Zunge dabei alle Laute übt.
Was passiert, wenn die Spange ein paar Tage nicht getragen wurde?
Dann sitzt sie beim nächsten Einsetzen straffer, weil die Zähne ein Stück zurückgewandert sind, und es drückt ein oder zwei Tage. Setzt sie sich überhaupt nicht mehr ein, ruf an, statt mit Kraft nachzudrücken; wir stellen sie nach oder entscheiden, ob eine neue nötig ist.
Wer zahlt, wenn die Spange verloren geht oder bricht?
Das hängt davon ab, ob eine Reparatur reicht oder eine neue Spange angefertigt werden muss, und wie die Krankenkasse den Fall bewertet. Melde dich, sobald es passiert ist. Wir schauen uns die Spange an und sagen dir, was der nächste Schritt kostet, bevor wir etwas in Auftrag geben.
Muss die Spange auch in der Schule getragen werden?
In der Regel nicht. Nacht und Nachmittag reichen bei den meisten Kindern für die nötige Tragezeit. Kommt dein Kind damit nicht hin, etwa bei Ganztagsunterricht, sag uns Bescheid, dann planen wir die Stunden gemeinsam anders und legen fest, wann die Spange in der Schule hinein soll.
