Für Überweiser: Zusammenarbeit mit Kinder- und Hauszahnärzten

Du betreust Familien in Germering, Puchheim, Gräfelfing, im Würmtal oder im Fünfseenland und fragst dich bei einem Kind, ob eine kieferorthopädische Abklärung sinnvoll ist? Diese Seite ist für dich: wann eine Vorstellung bei uns Sinn ergibt, wie der Ablauf aussieht und was du von uns zurückbekommst.
Wir behandeln ausschließlich Kinder und Jugendliche und sind Kassenpraxis. Die Erstberatung läuft über die Versichertenkarte – eine formale Überweisung ist nicht nötig, ein kurzer Hinweis von dir hilft uns aber beim Einordnen.
So verstehen wir die Zusammenarbeit
Die Hauszahnarztpraxis bleibt während der gesamten kieferorthopädischen Behandlung die erste Adresse für Prophylaxe, Kariesbehandlung und alles, was nicht mit der Spange zu tun hat. Wir kümmern uns um die Fehlstellung – und melden uns, wenn wir etwas sehen, das in dein Fachgebiet gehört: Entkalkungen um Brackets, Karies unter einem Band, Zahnfleischprobleme, Durchbruchsstörungen, die eine Freilegung brauchen könnten.
Umgekehrt sind wir dankbar für deinen Blick: Du siehst die Kinder ab dem ersten Zahn, halbjährlich, und erkennst Auffälligkeiten im Zahnwechsel früher als jeder Kieferorthopäde. Ein Satz von dir – „Kreuzbiss rechts, bitte anschauen“ – spart uns und der Familie oft viel Zeit.
Wir behandeln keine Erwachsenen. Wenn du erwachsene Patienten mit KFO-Bedarf hast, sind wir nicht die richtige Adresse – wir empfehlen dann ungern „irgendwen“ und geben auch keine Bewertung über Kolleginnen und Kollegen ab. Für Kinder und Jugendliche bis 17 hingegen: gerne.

Wann eine Vorstellung bei uns sinnvoll ist
Grundregel: Erste Kontrolle ab dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne, etwa mit sechs Jahren, spätestens mit acht bis neun. Bei den meisten Kindern folgt daraus erst mal Beobachten – und das ist ein gutes Ergebnis. Eine frühe Vorstellung lohnt sich vor allem bei:
Kreuzbiss (frontal oder seitlich)
Insbesondere mit Zwangsbiss und Unterkieferverschiebung. Hier ist eine Frühbehandlung im Wechselgebiss oft sinnvoll, um asymmetrisches Wachstum zu vermeiden.
Ausgeprägte sagittale Stufe
Overjet ab etwa 6 mm – auch wegen des Traumarisikos der oberen Frontzähne. Ab 9 mm und mehr ist die Einstufung in KIG 4 wahrscheinlich.
Offener Biss und Habits
Daumen- oder Schnullerlutschen, das über das vierte Lebensjahr hinaus anhält (bis etwa drei unproblematisch, spätestens mit vier abgewöhnen), Zungenpressen, Mundatmung. Abgewöhnung zuerst – wenn das nicht reicht, schauen wir gemeinsam.
Tiefbiss mit Einbiss
Wenn die unteren Frontzähne in die Gaumenschleimhaut beißen.
Durchbruchsstörungen und Platzmangel
Vorzeitiger Milchzahnverlust, retinierte oder verlagerte Zähne (Eckzähne im Röntgenbild), Nichtanlagen, ausgeprägter Engstand.
Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und syndromale Fälle
Interdisziplinär, in Abstimmung mit dem behandelnden Zentrum. Wir übernehmen, was wohnortnah sinnvoll ist.
Unsicherheit
Wenn du nicht sicher bist, ob ein Befund behandlungsbedürftig ist: schick das Kind zur Beratung. Die Erstberatung ist Kassenleistung und verpflichtet zu nichts.
KIG-Einstufung: Was die Kasse übernimmt
Die kieferorthopädischen Indikationsgruppen bestimmen, ob die gesetzliche Krankenkasse die Behandlung eines Kindes unter 18 übernimmt. Die Einstufung nehmen wir nach der Diagnostik vor. Für dich als Überweiser sind die Grenzwerte hilfreich, um Eltern eine erste Orientierung zu geben – die verbindliche Einstufung bleibt Sache der KFO-Diagnostik.
| KIG | Behandlungsbedarf | Kassenleistung (bis 18 J.) | Beispiele |
|---|---|---|---|
| 1 | gering | nein (privat) | leichter Engstand, geringe Abweichungen |
| 2 | mäßig | nein (privat) | Overjet < 6 mm, leichter Kreuzbiss |
| 3 | ausgeprägt | ja, 80 % (90 % ab 2. Kind) | Overjet 6–9 mm, Kreuzbiss, deutlicher Engstand |
| 4 | stark | ja | Overjet > 9 mm, offener Biss, Durchbruchsstörungen |
| 5 | extrem | ja | LKG-Spalte, schwere skelettale Anomalien |
Ablauf und Rückmeldung an dich
Du sollst wissen, was mit deinem Patienten passiert – ohne hinterhertelefonieren zu müssen.
Vorstellung
Erstberatung, KassenleistungDie Familie ruft bei uns an oder nutzt das Online-Formular. Dein Hinweis (mündlich, Zettel, Befundkopie) wird bei der Erstberatung berücksichtigt. Röntgenbilder, die du bereits hast, nehmen wir gerne mit – das erspart eine Doppelaufnahme.
Kurze Rückmeldung
nach dem ersten TerminNach der Erstberatung bekommst du auf Wunsch eine kurze Nachricht: Behandlungsbedarf ja/nein, geplanter Zeitpunkt, voraussichtliche Einstufung. Kurz und ohne Fachaufsatz.
Diagnostik und Plan
eigener TerminRöntgen (OPG, bei Bedarf FRS), Fotos, Modelle oder Scan. Daraus entsteht der Behandlungsplan mit KIG-Einstufung, der bei der Kasse eingereicht wird.
Während der Behandlung
1–3 JahreKontrollen alle vier bis acht Wochen bei uns. Prophylaxe und Kontrolle bei dir wie gewohnt – wir bitten die Familien ausdrücklich, den halbjährlichen Zahnarzttermin nicht ausfallen zu lassen. Wenn wir Karies, Entkalkungen oder Gingivaprobleme sehen, schicken wir das Kind zu dir.
Abschluss
Retention ca. 2 JahreNach der aktiven Phase folgt die Retention. Auf Wunsch bekommst du eine Abschlussinfo mit Retainer-Situation, damit du bei der Prophylaxe weißt, was du vor dir hast.
Was uns bei gemeinsamen Patienten wichtig ist
Prophylaxe bleibt bei dir
Wir machen keine professionelle Zahnreinigung und keine Füllungen. Fluoridierung und Putzkontrolle bei fester Spange sind bei dir gut aufgehoben – wir kontrollieren die Hygiene um die Brackets bei jedem Termin und geben Rückmeldung.
Extraktionen im Behandlungsplan
Wenn der Plan die Entfernung von Milchzähnen oder bleibenden Zähnen vorsieht, bekommst du einen schriftlichen Auftrag mit Zahnangabe und Zeitpunkt – oder du sagst uns, dass du das lieber bei uns siehst.
Trauma bei fester Spange
Frontzahntrauma beim Radlsturz kommt vor. Du versorgst den Zahn, wir kümmern uns um die Apparatur. Bei Bedarf sprechen wir uns am selben Tag telefonisch ab.
Retainer-Kontrolle
Geklebte Retainer siehst du bei jeder Kontrolle. Wenn er sich löst oder Zahnstein ansetzt: Familie zu uns schicken, wir kümmern uns.
Keine Doppelaufnahmen
Röntgenbilder, die jünger als ein Jahr sind, nutzen wir weiter. Bitte gib der Familie die Aufnahme mit oder schick sie uns – wir möchten die Strahlenbelastung so gering wie möglich halten.
So erreichst du uns
Für die kollegiale Rücksprache ist das Telefon der beste Weg. Bitte gib der Familie unsere Nummer mit – die Terminvereinbarung übernehmen die Eltern selbst, weil wir dabei gleich den Schultag berücksichtigen.
Telefon
089 8419999Fax
089 8403523
Du möchtest uns auf deiner Website nennen?
Gerne. Wenn du Familien auf deiner Praxis-Website eine Kieferorthopädie für Kinder in Germering empfehlen möchtest, freuen wir uns über einen Link auf kfo-stecher.de. Umgekehrt nennen wir Praxen, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten, auf Wunsch hier – sprich uns an.
Wichtig ist uns dabei: Wir bitten niemanden um Empfehlungen gegen Gegenleistung, und wir geben keine. Was hier steht, ist eine Beschreibung unserer Arbeitsweise, keine Werbung um Zuweisungen.
Häufige Fragen
Braucht die Familie eine formale Überweisung?
Nein. Die kieferorthopädische Erstberatung ist Kassenleistung über die Versichertenkarte. Ein Hinweis von dir – mündlich oder als kurzer Zettel – ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Die Eltern rufen einfach an oder nutzen unser Online-Formular.
Ab welchem Alter sollte ich ein Kind vorstellen?
Ab dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne, also etwa mit sechs, spätestens mit acht bis neun. Bei Kreuzbiss, stark vergrößertem Overjet, offenem Biss oder anhaltenden Habits gerne früher. Ein Kind zu früh zu schicken ist kein Fehler – dann beobachten wir.
Bekomme ich eine Rückmeldung nach der Erstberatung?
Ja, wenn du es möchtest. Nach der Erstberatung schicken wir eine kurze Info: Behandlungsbedarf, geplanter Zeitpunkt, voraussichtliche KIG-Einstufung. Nach Abschluss auf Wunsch eine Abschlussinfo mit der Retainer-Situation.
Behandelt ihr auch erwachsene Patienten?
Nein, ausschließlich Kinder und Jugendliche bis 17. Für erwachsene Patienten mit KFO-Bedarf sind wir nicht die richtige Adresse und geben auch keine Empfehlung für bestimmte Kolleginnen oder Kollegen ab.
