Behandlungsablauf: Von der Erstberatung bis zum fertigen Lächeln
Erstberatung → Plan & KIG → Kasse → Lose Spange → Feste Spange → Retainer → Ästhetik-Finish

Eine kieferorthopädische Behandlung ist kein einzelner Termin, sondern ein Weg über mehrere Jahre – mit klaren Etappen. Hier siehst du sie alle: von der ersten Kontrolle über Plan und Kasse bis zur losen Spange, der festen Spange und dem Retainer. Und ganz am Ende, wer mag, das Ästhetik-Finish.
Der Behandlungsablauf besteht meistens aus einer Kombination aus lockeren und festsitzenden Spangen – meistens können wir euch das bereits beim Erstgespräch mitteilen. Auch über Kosten informieren wir natürlich vorher ausreichend. Hauptaugenmerk legen wir dabei auf altbewährte Behandlungsmethoden, welche die Behandlung zügig zum Ziel führen und gleichzeitig ein langfristig stabiles Ergebnis erzielen.

Die sieben Etappen
Nicht jedes Kind durchläuft alle sieben – bei manchen reicht die lose Spange, bei anderen starten wir direkt mit der festen. Die Reihenfolge bleibt aber immer dieselbe.
1. Erstberatung
1 Termin · KassenleistungIhr kommt ohne Überweisung, nur mit der Kassenkarte. Wir schauen uns Zähne, Kiefer und Biss an, besprechen, was wir sehen, und geben eine erste Einschätzung: Muss etwas getan werden, und wenn ja, wann? Oft ist die Antwort „noch nicht“ – dann bekommt ihr einen Termin für die nächste Kontrolle. Dauer: etwa 30 Minuten. Bitte den Anamnesebogen vorab ausfüllen.
2. Diagnostik & Behandlungsplan
1–2 TermineWenn eine Behandlung sinnvoll ist, brauchen wir Unterlagen: Fotos von Gesicht und Zähnen, ein Abdruck oder Scan für das Modell, Röntgenbilder. Daraus entsteht der Behandlungsplan mit der KIG-Einstufung – sie entscheidet, ob die Kasse zahlt. Wir besprechen den Plan mit euch: welche Spangen, in welcher Reihenfolge, wie lange, was es kostet.
3. Antrag bei der Kasse
Genehmigung abwartenBei KIG 3 bis 5 reichen wir den Plan bei eurer Krankenkasse ein. Die Kasse prüft und genehmigt – erst dann beginnt die aktive Behandlung. Bei KIG 1 und 2 (Privatleistung) oder privater Versicherung bekommt ihr stattdessen einen Kostenvoranschlag. Details: Kosten & Kasse.
4. Lose Spange
oft ca. 1–1,5 JahreBei jüngeren Kindern im Zahnwechsel beginnt die aktive Phase meist mit einer herausnehmbaren Spange. Sie nutzt das Kieferwachstum, schafft Platz und ordnet den Biss. 14 bis 16 Stunden am Tag tragen, Kontrolle alle vier bis acht Wochen – nachmittags, gern allein mit dem Radl. Mehr: Lose Zahnspange.
5. Feste Spange
ca. 1,5–3 JahreSind alle bleibenden Zähne da, übernimmt die feste Spange die Feinstellung. Brackets und Bogen bringen jeden Zahn exakt in Position. Auch hier: Kontrolle alle vier bis acht Wochen. Am Ende werden die Brackets entfernt – der Tag, auf den alle warten. Mehr: Feste Zahnspange.
6. Retention
mindestens 2 JahreDamit die Zähne bleiben, wo sie sind: fester Draht hinter den Frontzähnen und/oder Nachtschiene. Die Kasse übernimmt die herausnehmbare Retention bis zwei Jahre nach Behandlungsende. Dann stellen wir die Abschlussbescheinigung aus, mit der ihr den Eigenanteil zurückbekommt. Mehr: Retainer.
7. Ästhetik-Finish
optional · privatNeuWer zum Abschluss noch etwas fürs Lächeln tun möchte: kleine Unebenheiten an den Frontzahnkanten angleichen, und für ehemalige Patienten ab 18 auch Bleaching. Das ist Privatleistung und läuft in unserer Praxis oder mit unserem Partner-Zahnarzt – Kostenvoranschlag nach der Erstberatung. Mehr: Ästhetik.
Was ihr zum ersten Termin mitbringt
Kurz und vollständig – mehr braucht es nicht:
Kassenkarte
Die elektronische Gesundheitskarte des Kindes. Keine Überweisung nötig.
Anamnesebogen
Vorab ausgefüllt spart Zeit im Wartezimmer. Download im Eltern-Bereich.
Befunde, falls vorhanden
Röntgenbilder oder ein Schreiben vom Zahnarzt – wenn es das gibt. Wenn nicht, auch gut.
Ein Elternteil
Bei der Erstberatung und der Planbesprechung bitte dabei sein. Zu den späteren Kontrollen kommen die Kinder allein.
Fragen
Alles, was euch beschäftigt. Aufschreiben hilft – im Behandlungszimmer vergisst man die Hälfte.
Termine: nachmittags, selbstständig, im Anschluss
Da die Kontrolltermine fast ausschließlich nachmittags stattfinden, kommen die meisten unserer Patienten selbstständig mit dem Radl nach der Schule zu uns. Folgetermine werden immer stets im Anschluss ausgemacht – es wird damit Eigenständigkeit und Sorgfalt angelernt, welche ebenso im Umgang mit der Spange nötig ist.
Für euch als Eltern heißt das: Ihr müsst nicht bei jedem Termin dabei sein und nicht jedes Mal in der Praxis anrufen. Euer Kind bekommt den nächsten Termin auf einem Zettel mit, ihr bekommt eine Erinnerung. Wenn ein Termin nicht passt, sagt ihr rechtzeitig Bescheid – wie das geht, steht unter Termine & Schule.

Wie lange dauert das alles?
Die aktive Behandlung dauert je nach Befund ein bis drei Jahre, danach folgt die Retention über mindestens zwei Jahre. Bei einer Kombination aus loser und fester Spange sind es insgesamt mehrere Jahre – die Phasen gehen aber nicht nahtlos ineinander über, dazwischen gibt es oft Beobachtungspausen, in denen nur kontrolliert wird.
Was die Dauer verlängert: Spangen, die nicht getragen werden, abgebrochene Brackets, ausgefallene Termine. Was sie verkürzt: Mitmachen. Deshalb setzen wir so sehr auf Selbstständigkeit – ein Kind, das seine Spange als seine Sache begreift, ist schneller fertig.
Eine realistische Spanne für euer Kind nennen wir beim Erstgespräch – und wir sagen es auch, wenn wir noch nicht sicher sind.
Warum wir es so machen
Es gibt in der Kieferorthopädie viele Wege und jedes Jahr neue Geräte mit neuen Namen. Wir haben uns für einen Weg entschieden: erst das Wachstum nutzen, dann die Feinarbeit machen, dann das Ergebnis sichern. Lose Spange, feste Spange, Retainer. Das ist nicht spektakulär, aber es funktioniert seit Jahrzehnten, es ist Kassenleistung, und es lässt sich mit einem Kind, das nachmittags allein mit dem Radl kommt, verlässlich durchziehen.
Was wir nicht machen: Behandlungen an Trends ausrichten, Zusatzleistungen zur Bedingung machen oder Versprechen abgeben, die niemand halten kann. Was wir machen: euch vorher sagen, was wir vorhaben, was es kostet und wie lange es dauert – und dann genau das.
Häufige Fragen
Was passiert beim ersten Termin?
Eine Untersuchung von Zähnen, Kiefer und Biss, ein Gespräch über das, was wir sehen, und eine erste Einschätzung zu Zeitpunkt und KIG. Fotos, Abdruck oder Scan und Röntgen folgen erst, wenn eine Behandlung ansteht. Dauer etwa 30 Minuten, Kassenleistung, keine Überweisung nötig.
Wie oft sind Kontrolltermine?
Während der aktiven Behandlung alle vier bis acht Wochen, fast immer nachmittags. Die Termine sind kurz – nachstellen, kontrollieren, nächsten Termin ausmachen. Deshalb kommen die meisten Kinder allein.
Wie lange dauert die Behandlung insgesamt?
Aktiv ein bis drei Jahre, plus mindestens zwei Jahre Retention. Bei einer Kombination aus loser und fester Spange mit Beobachtungspausen dazwischen sind es insgesamt mehrere Jahre. Beim Erstgespräch nennen wir euch eine realistische Spanne.
Was passiert, wenn mein Kind die Spange nicht trägt?
Die Behandlung verlängert sich, und bei anhaltend fehlender Mitarbeit kann die Kasse die Kostenübernahme einstellen – dann wäre auch der Eigenanteil verloren. Wir sprechen das früh und direkt mit eurem Kind an, ohne Drama. Meist findet sich ein Weg.
Warum kommt erst die lose und dann die feste Spange?
Weil dein Kiefer erst noch wächst. Die lose Spange nutzt das Wachstum und macht Platz. Wenn alle bleibenden Zähne da sind, stellt die feste Spange jeden Zahn genau ein. Zwei Werkzeuge für zwei Aufgaben – wie erst der Bagger, dann der Maler.
